Witterungsbereinigung


Da es warme Winter/Jahre gibt, darf eine Schule natürlich nicht belohnt werden, weil sie gegenüber den Vorjahren Heizenergie eingespart hat, bzw. bestraft werden, wenn es einen besonders kalten Winter gegeben hat. Wir müssen den Heizenergieverbrauch also jeweils von den Witterungseinflüssen bereinigen, damit alles fair bleibt.

Deshalb werden alle Heizenergieverbräuche wittterungsbereinigt mithilfe der Wetterdaten der regional nächst gelegenen Station des Deutschen Wetterdienstes (DWD). Der DWD hat ca. 500 Messstationen in Deutschland. Eine davon ist in Ihrer Nähe.
Basis für die Witterungsbereinigung sind die Gradtagszahlen. Sie können für beliebige Zeitperioden (Tage, Monate, Jahre etc.) ermittelt werden.

Die Normgradtagszahl z.B. für Hamburg-Fuhlsbüttel ist: 3.393
Die Jahresgradtagszahl für 2014 war: 2.753.
Das bedeutet: das Jahr 2014 war ein relativ warmes Jahr im Vergleich zum Durchschnitt der letzten 30 Jahre.
Es war nur 81,1% (= 2.753 / 3.393) so warm. Dieser Witterungsfaktor für 2014 in Höhe von 81,1% bestimmt die reale Bemessungsgröße für 2014.

Beispiel:
Eine Hamburger Schule hat eine witterungsbereinigte Jahresvorgabe von 85.000 m³ Erdgas. Da das Jahr 2014 relativ warm war, ist die reale Jahresvorgabe nur 81,1% davon, nämlich 68.935 m³.
Wenn der Verbrauch der Schule in 2014 nur 65.000 m³ betrug, hat sie also 3.935 m³ (= 5,7%) eingespart.

Für Fachleute:
Die Witterungsbereinigung wird mithilfe von Heizgradtagen nach dem Gradtagszahl(GTZ)-Verfahren durchgeführt. Die Verbräuche der Schulgebäude werden nach dem GTZ-18-Verfahren bereinigt, die Sporthallen nach dem GTZ-15-Verfahren.