„fifty/fifty“ Grundlagen


Die Grundidee

Der alltägliche Umgang mit Energie in der Schule (einer Kita oder einer Verwaltung) ist vor allem geprägt durch eine klare Arbeitsteilung und die daraus resultierenden Gewohnheiten. Die Lehrer unterrichten, der Hausmeister sorgt für beleuchtete und beheizte Räume und die Stadt zahlt für die Energieverbräuche. So lange das funktioniert, gibt es für die Lehrer keinen Grund, sich mit dem Energieverbrauch ihrer Schule zu beschäftigen.

Spätestens hier endet der Verordnungsweg. (gesehen in der Hamburger Finanzbehörde 2014)

Spätestens hier endet der Verordnungsweg.(gesehen in der Hamburger Finanzbehörde 2014)

Verordnungen und Vorschriften dazu, die es natürlich gibt, helfen meist nicht viel weiter. Ob Lehrer und Schüler das Licht ausmachen, wenn sie die Toilette oder den Klassenraum verlassen, ob die Fenster nach Unterrichtsschluss offen stehen oder die PCs im Arbeitsraum runtergefahren werden usw., bleibt allen Verordnungen zum Trotz eine Frage der Gewohnheiten, denn in der Regel hat man darüber noch nie nachgedacht. Und der Hausmeister, formal zuständig für den Energieverbrauch der Schule, steht allein gegen das geballte Desinteresse der Lehrer- und Schülerschaft auf verlorenem Posten.

fifty/fifty-Projekte aber haben – in Hamburg, Frankfurt u.v.a. Orten – den Nachweis erbracht, dass sich das ändern lässt. Ihr Erfolg beruht auf der so einfachen wie wirksamen Kombination aus ideellem Ziel und materiellem Anreiz.

Um seine Gewohnheiten zu verändern, braucht man einen guten Grund: Was den Umgang mit Energie betrifft, gibt es den seit langem. Klimaschutz, das hat sich mittlerweile herumgesprochen, ist eine der zentralen Aufgaben der Menschheit in diesem Jahrhundert. Man müsste also eigentlich schon etwas tun: vor allem sorgfältiger, sparsamer, vernünftiger mit Energie umgehen, um die klimaschädlichem CO2-Emissionen zu reduzieren, – und dieses Wissen gerade als Pädagoge an die Schüler weitergeben.

Aber die meisten Menschen sind keine Idealisten. Sie schauen zuerst auf den eigenen Vorteil (was in einer Leistungsgesellschaft durchaus nichts Verwerfliches hat). Wir brauchen deshalb nicht nur einen guten Grund für eine Verhaltensänderung, sondern auch einen materiellen Anreiz. Genau diese Kombination bietet das fifty/fifty-Konzept: Es dient dem pädagogisch wichtigen Ziel des Klimaschutzes und bringt der Schule durch die Prämie einen finanziellen Vorteil.

Daraus ergeben sich drei Leitgedanken, die beim Aufbau eines fifty/fifty-Projekts berücksichtigt werden sollten.

Drei Leitgedanken zur Umsetzung

  1. Geduld:
    Gewohnheiten – wer wüsste das nicht – sind zäh und die Menschen sind verschieden. Was dem einen einfach und einsichtig erscheint, dazu braucht der andere länger. Es ist deshalb nicht ratsam, mit großen arbeitsaufwendigen Aktionen den schnellen Erfolg anzustreben, sondern besser, die neuen Verhaltensweisen beharrlich und in homöopathischen Dosen um niemanden abzuschrecken, voranzubringen. Ein fifty/fifty-Projekt braucht also eine wenigstens mittelfristige Perspektive.
  2. Beratung:
    Auch wenn es unwahrscheinlich klingt: Beim Umgang mit Energie, wissen viele nicht, was sie tun. Die wenigsten Lehrer und Schüler wissen, wie ein Thermostatventil funktioniert oder wie man richtig lüftet; und die meisten Hausmeister sind nur sehr ungefähr mit ihrer Heizungsregelung vertraut usw. Wenn man aber nicht weiß, was man bisher falsch gemacht hat, kann man es auch nicht richtig machen. Der fifty/fifty-Erfolg hängt also konkret davon ab, dass das Wissen um den richtigen Umgang mit der vorhandenen Gebäudetechnik in die Köpfe der Nutzer transportiert wird.
  3. Berechnung:
    Wer etwas leistet, möchte auch wissen, was dabei herausgekommen ist, konkret also: ob und wieviel tatsächlich durch die Verhaltensänderungen eingespart worden ist, und ob es sich daher lohnt, weiter zu machen. Denn: wer mehr tut, soll auch mehr bekommen! Nichts wirkt erfolgreicher als der Erfolg. Deshalb braucht fifty/fifty für einen langfristigen Erfolg ein leicht verständliches und leistungsgerechtes Berechnungsverfahren der Prämien bzw. Einsparungen.